
Die Athrose im Knie fängt meistens langsam und schleichend an, bis die Beschwerden immer häufiger und unübersehbar werden. Irgendwann kommt der Punkt: Gehts noch, oder wäre eine Knie-OP mit dem Ersatz des kaputten Gelenks durch ein künstliches Kniegelenk der einzige Ausweg? Hier meine ganz persönliche Geschichte:
Schon früh, ab dem Alter von 35 Jahren, begannen bei mir zuerst leichte, dann immer größere Knieprobleme. Der Knieknorpel zeigte schon damals beginnende Verschleißerscheinungen, trotzdem machte ich weiter mit Schifahren, Tourengehen, Tennis und Joggen, bis vor ca. 8 Jahren beim Tennis der linke Innenmeniskus riss. Eine OP, dann eine Zweite, war notwendig, um wieder beschwerdefrei gehen und laufen zu können. Laufen und Tennis gab ich auf, dafür begann ich mit dem Radfahren, zuerst auf der Straße, dann immer mehr im Gelände, damals noch ohne E-Unterstützung, bis die Knieprobleme wieder verstärkt auftraten. Schlussendlich stieg ich im Jahr 2022 auf ein E-Mountainbike, ein Fully, um. Ich konnte wieder annähernd beschwerdefrei mit dem E-MTB dort hin fahren, wo ich zu Fuß kniebedingt mich mehr gehen konnte.
Heuer im Frühjahr der nächste Tiefschlag: Beim Gartenarbeiten verletzte ich mich nochmals am kaputten Knie und konnte plötzlich kaum mehr ohne Schmerzen gehen. Mein Orthopäde riet mir dringend zum Einsatz einer Knie-Teil-Prothese, auch Schlittenprothese genannt. Der Schock saß tief, wir einigten uns aber auf eine abgespeckte OP, um mir die beginnende Bike-Saison nicht gänzlich zu verderben: die Fragmente des komplett gerissenen Meniskus wurden athroskopisch im Mai entfernt und gleichzeitig der Termin für die große Knie-OP auf Anfang Oktober fixiert. So konnte ich wenigstens den Sommer irgendwie genießen.
Nach der OP-bedingten Ruhezeit von 3 Wochen begann ich wieder mit dem Biken, zuerst mit voller E-Unterstützung, ohne steile Anstiege, da das Knie sich durch das Training zunehmend besserte, nach ich die Unterstützung kontinuierlich zurück und fuhr wieder immer steilere Anstiege. Die erste Fahrt mit Anstieg von 1000 Höhenmeter war für mich wie Weihnachten und Ostern zusammen.
Kurz gesagt, das Jahr 2025, obwohl es eigentlich sehr schlecht für mich begonnen hatte, war das beste Mountainbike-Jahr ever. In Summe waren es 83 Fahrten mit über 51.000 Hm, das Knie fühlt sich um Jahre jünger an, die Beschwerden beim Gehen ließen deutlich nach, der geplante Ersatz durch ein künstliches Kniegelenk wurde von mir auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Tourenschi stehen bereit, ich hoffe, dass ich auch wieder „zu Fuß“ im Winter auf meine geliebten Berge steigen kann.
Fazit:
Athrose kommt um zu bleiben, trotz Grad IV ist eine große OP nicht zwingend notwendig, mit knieschonenden Sportarten kann der Ersatz eines künstlichen Kniegelenks durchaus hinausgezögert werden. Als medizinscher Laie, der hier nur seine private Meinung weitergibt, bin ich fest überzeugt, dass Sport, mit Bedacht ausgeübt, die Folgen der Athrose abmildern kann und viel zur Lebensfreude beitragen kann.
Gerade ein E-Bike ermöglicht ein gelenkschonendes Training und Freude am Sport, man kann ein Knie oder eine Hüfte auch „zu Tode schonen“ und wenn die OP unvermeidbar ist, ein trainierter Körper steckt diese viel leichter weg, der Weg zurück ist dann deutlich kürzer.




